Mord

In diesem Forum kannst du deine selbstgeschriebenen Liedtexte sowie Gedichte posten. / In this forum you can post your selfmade lyrics as well as your poems and tales.

Re: Mord

Beitragvon dom777 » Mo 29.Nov 2010, 22:24

Ohne Abtreibungen in den letzten 30 Jahren wären wir wohl schon bei der 8Milliarden-Menschen-Grenze. Wäre das besser?


Mit verantwortlichem Umgang mit Sexualität und dem würdevollen Sterben-lassens von Alten Menschen würde es Menschentechnisch sicherlich anders auf dieser Erde aussehen. Außerdem kann man mit diesem Argument jede Art von Tötung, sei es durch religiöse Verfolgung oder ähnlichem, positiv umdeuten.

Antestor hat geschrieben:
Warum sind wir so betroffen, wenn so etwas in der Art passiert? Geht es uns um die Angehörigen, die zweifellos vor einer schwierigen Zeit des Verarbeitens und Loslassens stehen? Geht es uns um den Menschen selber, weil er vielleicht zu jung war um zu sterben?
Oder sind wir tatsächlich der Meinung, die Würde des Menschen sei unantastbar und alle hätten ein Recht auf Leben?

Weil die Medien uns sagen, dass solche Sachen ganz schlimm sind. In der Werbepause noch schnell ein Werbespot für McDonalds, danach einer für Brot für die Welt...

[...]

Wenn ein Mißstand öffentlich betrachtet wird, dann meistens nicht aus ehrbaren Motiven sondern aus politischen Gründen, wie derzeit das Phänomen Kinclerp0rn0grafIe. Um die Betroffenen geht es eigentlich nicht.


Dessen bin ich mir völlig bewusst, natürlich geht es nicht um die Opfer und Betroffenen, wenn ein Missstand publik gemacht wird. Wenn dem so wäre, würde allein schon die Berichterstattung sensibler aussehen. Allerdings empfinde ich nicht deswegen Mitgefühl für Opfer von z.B. Mord, weil es die Medien sagen. Es mag sein, dass ein Teil der Menschheit an sich schon viel zu abgestumpft ist, und durch Medien darauf aufmerksam gemacht werden müssen, doch gefälligst Empathie mit den dritte-Welt-Kinder zu haben, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Und zu den Argumenten, die trypanosoma "aushebelt": wie gesagt, ich finde, es läuft auf das selbe hinaus, wenn ich einem "unfertigen" Menschen das Potential, Mensch zu werden, nehme, und einem fertigen Menschen das Leben zu nehmen.

Noch kurz zu dem Nazivergleich: kurz, nachdem ich den geschrieben habe, hab ich mir gedacht "das war nicht gut, den Vergleich zu schreiben".
Der hinkt nämlich ganz schön und ist sehr anrüchig, weil die Nazi's eben wirkliche Verbrecher waren. Mir geht es aber weniger um die Menschen, die dahinter stehen, sondern mehr um den Akt der Massentötung. Gut, die Nazis haben es systematisch und aus einer Ideologie heraus getan, die Mütter, die abtreiben haben sicherlich andere Gründe. Jedenfalls werden die Taten (nämlich der Massenmord) der Nazis einhellig vertreufelt. Prinzipiell passiert heute dasselbe, aber keiner sagt was. Das habe ich damit gemeint.
Und ich pries die Freude,
weil es für den Menschen nichts Besseres unter der Sonne gibt,
als zu essen und zu trinken und sich zu freuen.
Pred. 8,15

Pedal to the Metal!
Pedal to the Metal 2.0!
Benutzeravatar
 
Beiträge: 313
Registriert: Do 02.Mär 2006, 17:46
Wohnort: Würzburg

Re: Mord

Beitragvon Checka » Mo 29.Nov 2010, 23:47

guter post, trypa. wann nicht.. (:

ein argument für mich (in gewissen fällen.) ist halt, die verantwortung für sein handeln zu tragen..
das gilt natürlich (in der praxis halt leider irgendwie weniger..) auch für die väter..

aber im grunde ist das ein thema, in das ich mich zuwenig reindenken kann. mein bestreben ist es, möglichst niemanden zu verurteilen oder zu richten. generell.
liberté, égalité, fraternité. résistance.

wo ist der gott den du mir bringst
auf deinen horizont niedersingst?
du reichst ihn mir in deiner hand,
klein, durchschaut und ganz erkannt.
Benutzeravatar
 
Beiträge: 10192
Registriert: So 18.Dez 2005, 14:24
Wohnort: safenwil, helvetien

Re: Mord

Beitragvon The-Berni » Di 30.Nov 2010, 13:01

Was ist in Fällen, wo die Gesundheit der Mutter akut gefährdet wär? Was, wo absehbar ist, dass das Kind nicht überleben wird und Schmerzen hat?
Ich weiß, dass dies die wenigsten Fälle sind, aber ich finde es schwer. Der technische Fortschritt in der medizin hat uns vor Fragen gestellt, die man vor 100 Jahren nicht hatte.


Das kanns geben und das ist bestimmt sehr tragisch, aber das ist nun mal das Leben. Kann ein Mensch denn Entscheiden, das Leben der Mutter dem Leben des Ungeborenen vorzuziehen?
Wir spielen ein bisschen Gott und begründen das Ganze mit angeblich ethischen Argumenten, statt das Leben einfach Leben sein zu lassen und den Tod Tod... Aus irgend welchen Gründen sind wir nicht Gott! Ich finde ethische Fragen dort angebracht, wo es um das Zusammenleben unter Menschen geht, aber weniger da wo es drum geht über Leben oder Tod zu entscheiden. Dies ist und bleibt meiner Meinung nach die Verantwortung Gottes. Er wird schon wissen was recht ist, auch wenn wir verständnislosen Menschen dies vielleicht nicht immer verstehen können!

Übrigens:

Wusstet ihr, dass ein behindertes Kind bis beinahe zur Geburt abgetrieben werden darf?

Wusstet ihr, dass viele der als behindert deklarierten Kinder bei der Geburt doch vollkommen gesund sind? Weil einfach die Diagnose oft fehlerhaft ist.

Wusstet ihr, dass ein Wasserkopf eine der einzigen Diagnosen ist, die man zu 100% sicher stellen kann? und dies durch eine OP noch im Mutterleib "geheilt" werden kann?

Wusstet ihr, dass die Fruchtwasserpunktion zur Feststellung einer Behinderung des Kindes für Mutter und Kind sehr schädlich sein kann und das Kind BEHINDERUNGEN davontragen kann...Sorry, aber das ist doch ABSURD!!! Erst wars gesund, dann getestet und dann behindert!

Wusstet ihr, dass meiner Mutter gesagt wurde, dass meine ältere Schwester nie werde gehen können? Sie aber ausser einem Knochen zuviel im Fuss gar nichts hat? Sie konnte früher laufen als die meisten anderen Kinder...Eine andere Mutter würds abtreiben!

Wusstet ihr, dass der Schwester meiner Schulkollegin die Diagnose auf Schwerstbehinderung ihres Kindes mitgeteilt wurde? Und sie zur Abtreibung fast genötigt wurde, aus ethischen Gründen? Sie hats trotzdem nicht gemacht, und ein vollkommen gesundes Kind zur Welt gebracht.

Wusstet ihr, dass IMMER das Risiko einer Fehldiagnose besteht, und dass man leider nur nicht genau weiss, wie viele der aus Behinderungsgründen Abgetriebenen Kinder eigentlich gar nichts gehabt hätten?

Habt ihr euch mal überlegt, wie das Verantwortungsgefühl der Jugendlichen sich gegenüber Sexualität verringert hat, durch die Möglichkeit einer Abtreibung? Ich durfte miterleben, wie ein 19 jähriges Mädchen zum 2.Mal abgetrieben hat, sie war zu faul ein Kondom zu benutzen, "aber ist ja nicht so schlimm". Jetzt leidet sie aber bis heute unter schweren körperlichen Problemen und kann wahrscheinlich nie wieder Kinder bekommen. Sie möchte aber gerne später Kinder, einfach halt " noch nicht gerade jetzt". Sie findet Abtreibung heute selber nicht mehr so toll, verständlicherweise...

Die ganzen Legitimierungsgründe die im Tread auch schon genannt wurden haben ja alle was teilweise verständliches, aber diese sind schlussendlich ein kleinster Prozentsatz der gesamten Abtreibungen. Fast alle Abtreibungen werden einzig aufgrund zeitlicher, beruflicher oder finanzieller Unpässlichkeiten durchgeführt. "In nem Jahr wärs ja ok, aber nicht jetzt". Diese Gründe sind noch häufiger als Behinderungen! Verdammt noch mal, dann schluckt doch die Pillen oder zeiht so ein kleines, günstiges Silikon-Dings-Teil drüber!!!!! Oder vielleicht könnt mans ja auch mal ganz sein lassen, wenn man denn gar kein Risiko eingehen will! Wieder so wie früher!

Ich frage mich, wie eine Mutter ein Kind abtreiben kann, und ein Jahr später ein Kind plant und austrägt und liebt...........

:cry:
Benutzeravatar
 
Beiträge: 1806
Registriert: Do 13.Dez 2007, 19:18

Re: Mord

Beitragvon mili » Di 30.Nov 2010, 14:14

Wieder so wie früher!


Ich glaube nicht, dass es früher besser war... einfach versteckt. Jedenfalls wenn meine Mam mir erzählt wie sie als Bauernmädchen aufgewachsen ist und was bei ihnen so passiert ist/sie erleben musste, (und vom Lebensstandart lebten sie sehr sehr traditionell, arm usw...), zeigt mir dass, das die Menschen damals nicht besser waren und genau das gleiche gemacht haben wie die Menschen heute öffentlich und mit Zustimmung der Gesellschaft machen. Ist zwar nicht das gleiche Jahrhundert, aber meine Grosseltern haben lange noch an den Nachkriegszeiten usw. festgehalten und so gelebt.

Ich denke, dass früher die meisten Mädchen auf jegliche Art wie sie nur konnten Abgetrieben haben, da sie sonst von der Gesellschaft verstossen wurden... und ich vermute sogar, dass Eltern oder der Erzeuger wegen seiner Ehre mitgeholfen haben.
Da muss man realistisch sein...
Benutzeravatar
 
Beiträge: 7904
Registriert: Mo 03.Jul 2006, 8:17

Re: Mord

Beitragvon jc » Di 30.Nov 2010, 15:35

eine sehr gute Kollegin von mir hat alls sie 13-17 Jahre alt war 3mal abgetrieben, das erste mal hatte Sie ein schlechtes Gewissen, das 2te mal war es schon Ok, das dritte mal war es normal.
nun ist Sie 22jahre alt und weiss nicht ob es je wieder klappen würde Kinder zu bekommen. Ihr inzwischen Ex kam mit der Abtreibungsgeschichte nicht klar und eben er ist nun Ihr Ex.
Ihr geht es nun beschissen weil Sie somit 4Menschen verloren hat, Sie sagt im Nachhinein hätte Sie es Nie gemacht aber Ihre Mutter wie der Frauenartz riet es Ihr mit 13 das kind "wegzumachen", danach hatte sie wieder Sex ohne Kondom weil man kan ja einen Umfall wegmachen... (das war Ihr denken)

Ein 13jähriges Mädchen lernt somit das man keine Verantwortung tragen muss und erkennt die Folgeschäden erst später.

Das lernte ich durch ihre Geschichte.

Eine Bekannte von mir wurde mit 16 Schwanger, der Doc riet Ihr es wegzumachen, sie hat sich geweigert und das Kind ausgetragen, das Sie zur Adoption freigegeben hat.
Sie will von den Kind nichts wissen und trotzdem wartet Sie bis ein anruf kommt und Ihr jemand am Telefon Mama sagt.
Ihr geht es einiges besser.

Wie Berni geschrieben hat, was ERLAUBT UNS, GOTT ZU SPIELEN?
den meistens lernen wir erst viel zu spät von unseren Fehler.
Wenn die Menschen das Unkraut nicht nur ausreißen,
sondern einfach aufessen würden,
wären sie es nicht nur los,
sondern würden auch noch gesund.
(Johann Künzle)
Benutzeravatar
 
Beiträge: 2543
Registriert: So 24.Mai 2009, 14:21
Wohnort: dort wo sich fuchs und Hase gute Nacht sagen

Re: Mord

Beitragvon dom777 » Di 30.Nov 2010, 16:30

DANKE Berni für deinen Post, genau diese Gründe/Tatsachen haben mich dazu bewegt, meine Gedanken dazu zu formulieren.

Mein Hauptanliegen ist ja, dass offen und ehrlich über alle Konsequenzen, über alles, was irgendwie mit Abtreibung zu tun hat, geredet wird. Und zwar nicht erst dann, wenn schon eine Schwangerschaft vorliegt, sondern dass generell eine "Aufklärung" stattfindet und Leuten auch geholfen und unter die Arme gegriffen wird. Wo man da anfängt und wo man aufhört, ist wieder so 'ne Sache, aber insgesamt erfährt man einfach viel zu wenig darüber.
Und ich pries die Freude,
weil es für den Menschen nichts Besseres unter der Sonne gibt,
als zu essen und zu trinken und sich zu freuen.
Pred. 8,15

Pedal to the Metal!
Pedal to the Metal 2.0!
Benutzeravatar
 
Beiträge: 313
Registriert: Do 02.Mär 2006, 17:46
Wohnort: Würzburg

Re: Mord

Beitragvon Michi » Di 30.Nov 2010, 17:35

Kennt jemand den Film Juno? Der ist ziemlich gut, geht genau um dieses Thema. (Teenagerschwangerschaften & Adoption)
Benutzeravatar
 
Beiträge: 6281
Registriert: Sa 10.Jan 2004, 16:53
Wohnort: züri

Re: Mord

Beitragvon trypanosoma » Di 30.Nov 2010, 18:22

The-Berni hat geschrieben:
Was ist in Fällen, wo die Gesundheit der Mutter akut gefährdet wär? Was, wo absehbar ist, dass das Kind nicht überleben wird und Schmerzen hat?
Ich weiß, dass dies die wenigsten Fälle sind, aber ich finde es schwer. Der technische Fortschritt in der medizin hat uns vor Fragen gestellt, die man vor 100 Jahren nicht hatte.


Das kanns geben und das ist bestimmt sehr tragisch, aber das ist nun mal das Leben. Kann ein Mensch denn Entscheiden, das Leben der Mutter dem Leben des Ungeborenen vorzuziehen?


Hmm... ich kann mir gerade keine Situation vorstellen, in der entweder die Mutter oder das Kind überleben würden. Ist das Kind allein noch nicht überlebensfähig, würde es ja auch sterben, wenn die Mutter stirbt. In solchen Fällen finde ich einen Abbruch der Schwangerschaft zwar traurig, aber richtig. Wie viele Frauen würden sonst jährlich qualvoll an Eileiter- und Bauchhöhlenschwangerschaften sterben?

Zum zweiten Fall: Ich glaube, ein Kind, bei dem absehbar ist, dass es nicht überleben wird, würde ich trotzdem bekommen. Ich würde wollen, dass es in meinen Armen sterben darf. Aber das ist eine schwierige Frage...

Das mit den Spätabbrüchen finde ich auch unglaublich. Dazu ist diese Seite ganz interessant: http://www.tim-lebt.de/blick/index.html. Ich darf nicht zu lange darüber nachdenken... Ich habe seit einigen Jahren den Stiftungsbrief (http://www.ja-zum-leben.de/ja_zum_leben_DE/index.html) abonniert und die Leute machen eine super Arbeit.

Dass ich was gegen ein paar Argumente geschrieben habe, heißt übrigens in keiner Weise, dass ich Abtreibungen rechtfertigen möchte. (Genauswenig möchte ich aber jemanden verurteilen, in dessen Haut ich nie gesteckt habe.) Ich glaube nur einfach nicht, dass Argumente weiterhelfen, genauso wenig Fotos, Slogans und Plakate. Vielleicht in Einzelfällen. Aber dadurch werden doch die Gründe, aus denen Frauen abtreiben, nicht behoben. Wenn das Geld nicht ausreicht oder der Partner mit der Trennung droht, hilft das alles nichts. Aufklärung ist auch so ein Stichwort - wie stellst du dir das vor? Ich bin grundsätzlich auch für Aufklärung (wer ist das nicht?), aber wie soll das praktisch aussehen? Wie soll eine ganze Nation - über den Sexualkundeunterricht in der Schule hinaus - aufgeklärt werden? Und wer bezahlt eine solche Kampagne?

Das bisher Sinnvollste, was ich kenne, sind die Beratungsstellen der Birke (http://www.diebirke.org/). Da gibts neben der Konfliktberatung auch konkrete praktische und finanzielle Hilfe. Ich denke, das ist es, was Betroffene am meisten brauchen. Aber sowas ist eben mit ein bisschen Aufwand verbunden...

Achja: Juno fand ich auch super! Ein schöner Film ohne moralischen Zeigefinger, der trotzdem irgendwie für das Thema sensibilisiert.
Give me my freedom for as long as I be.
All I ask of living is to have no chains on me.
All I ask of living is to have no chains on me,
And all I ask of dying is to go naturally.
Benutzeravatar
 
Beiträge: 2433
Registriert: Fr 27.Okt 2006, 23:39
Wohnort: Mittelfranken (D)

Re: Mord

Beitragvon The-Berni » Sa 04.Dez 2010, 12:08

Wir haben "Juno" letzten Sommer im Filmfestival unseres Heims öffentlich auf Leinwand gezeigt.
Unsere Jugendlichen haben noch tagelang darüber gesprochen und diskutiert.
Ich find ihn auch gut, da er auf angenehme Weise mit dem Thema umgeht und zum nachdenken anregt.
Das einzige was ich schade fand war, dass Juno kaum Probleme damit zu haben scheint, das Kind wegzugeben.
Die unglaublichen Konflikte, die sie mit sich selber bestimmt führt, wurden zu wenig dominant dargestellt,
aber vorhanden sind sie wohl bei jedem jungen Mädchen in so einer Situation.
Ansonsten ist der Film sicher sinnvoll um Jugendlichen zu zeigen.
Benutzeravatar
 
Beiträge: 1806
Registriert: Do 13.Dez 2007, 19:18

Vorherige

Zurück zu Bard's home

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast