Mord

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Mord

Beitragvon dom777 » Mi 24.Nov 2010, 19:11

Ständig ist in den Nachrichten von Mord die Rede. Sei es der eifersüchtige Ex-Ehemann, der es nicht aushält, dass seine ehemalige Frau einen neuen Partner gefunden hat.
Oder der Amokläufer, der keinen Ausweg mehr gesehen und sich dazu entschieden hat, freiwillig aus dieser Welt auszusteigen und möglichst viele noch mitzunehmen, aus Vergeltung für was auch immer.
Falls bei einem Mord der Täter gefasst und überführt wird, wird ihm wenig Gnade entgegengebracht, soll heißen, die Höchststrafe auferlegt. Während sich die ganze Welt an den Kopf fasst und fragt „Wie konnte das nur geschehen! Niemand, und der schon gar nicht, hat das Recht, einem unschuldigen Menschen das Leben zu nehmen! Der ist doch krank im Kopf! Wie konnte der nur so werden!“.

Sich über solche Vorfälle empören, sein Unverständnis gegenüber dem Handelnden ausdrücken, Betroffenheit äußern.

Aber wenn einem Ungeborenen das Licht der Welt verwehrt wird, wird Stillschweigen bewahrt. Es geht einen ja nichts an. Das muss jeder für sich selber entscheiden.

Genauso wie jemand für sich selber entscheidet, einem Menschen das Leben zu nehmen, weil er mit ihm in irgendeiner Weise nicht klar kommt?
Genauso wie jemand für sich selber entscheidet, nicht nur sich, sondern auch andere in den Tod zu reißen, weil über ihn wenigstens einmal im großen Stil geredet werden soll?

Ich frage mich, warum es gesellschaftlich anerkannt ist, der kleinen Lena oder dem noch kleineren Max die Möglichkeit zu nehmen, Sand unter den Füßen zu spüren?
Warum gibt es keinen Aufschrei, wenn den beiden von vornherein verwehrt wird, sich im Frühling die Nase von der wieder an Intensität gewinnenden Sonne kitzeln zu lassen?

Wenn es doch jeden so empört und traurig macht, dass der Ex-Mann mit der Axt durchdreht.
Dass der Amokläufer an eine Handfeuerwaffe geraten ist und davon Gebrauch gemacht hat.

Warum sind wir so betroffen, wenn so etwas in der Art passiert? Geht es uns um die Angehörigen, die zweifellos vor einer schwierigen Zeit des Verarbeitens und Loslassens stehen? Geht es uns um den Menschen selber, weil er vielleicht zu jung war um zu sterben?
Oder sind wir tatsächlich der Meinung, die Würde des Menschen sei unantastbar und alle hätten ein Recht auf Leben?


Meiner Meinung nach ist es nicht weniger schlimm, einem potentiellen Menschen das noch nicht in vollem Maße entfaltete Leben zu verwehren, als einem voll entwickelten Menschen das Leben zu nehmen. Es läuft beides auf das Gleiche hinaus, nur, dass bei letzterem der Zeitungsartikel garantiert ist.


Aber was geht es uns eigentlich an, jeder muss ja selbst entscheiden.
Und ich pries die Freude,
weil es für den Menschen nichts Besseres unter der Sonne gibt,
als zu essen und zu trinken und sich zu freuen.
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Beitragvon mortige » Mi 24.Nov 2010, 22:17

falsches unterforum ?!

was willst du uns damit sagen? dass Abtreibung Mord ist ?
wenn ne Abtreibungsklinik in die Luft fliegt oder der Arzt einen Kopf kürzer gemacht wird hast du auch ne Schlagzeile.
Sicherlich ist der Grad der Emoition wichtig.Wenn da Menschen einfach so aus dem Leben gerissen werden.
ich freu mich schon auf die Feiertage :roll:
ist sicherlich ne hochphilosophische Frage.
was ist zb. mit Vergewaltigungen oder Inzest Vergehen.

nicht verstehen kann ich es, wenn da mit begriffen wie Zellklumpen usw. argumentiert wird.
für mich ist der Embryo ab dem Tag der Zeugung ein Mensch.
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Beitragvon Checka » Mi 24.Nov 2010, 22:31

mir fällt immer die rammstein-zeile ein.. "ihr sagt zu töten wäre schwer.. doch wo kommen all die toten her?"

zu abtreibung will ich mal nichts sagen.

sonst.. bei mord höchststrafe? naja. bei mord vielleicht schon? aber sehr oft ists auch totschlag oder was, und täter bekommen erschreckend niedrige strafen.. aber ich bin froh muss ich nicht darüber entscheiden.. die fälle sind so unterschiedlich..

ich bin nicht sehr erstaunt oder entsetzt über amokläufe, übrigens.. das problem hierbei ist in meinen augen vor allem die ignoranz der politik und öffentlichkeit, sowie die berichtertsattung der medien..

ich schreib wiedermal wirr.
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wo ist der gott den du mir bringst
auf deinen horizont niedersingst?
du reichst ihn mir in deiner hand,
klein, durchschaut und ganz erkannt.
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Beitragvon mortige » Mi 24.Nov 2010, 22:48

ich finde es schwierig da eindeutige sündenböcke zu benennen.
amokläufe hats in der geschichte schon immer gegeben.
in köln ist zb. einer 1961 mit nem flammenwerfer an ner schule amok gelaufen.
damals war die presse noch nicht so sensationsgeil ausser vielleicht die mit den 4 buchstaben.
und politik und öffentlichkeit?da bleiben zwangsläufig individuen auf der strecke.
also wenn einer durchdreht, dann hilft oft die beste prävention nichts.
klar ist nur, die gesellschaft wird immer kaputter.
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Beitragvon mili » Do 25.Nov 2010, 9:37

mhm. Abtreibung find ich sehr ein schwieriges Thema... ich war ganz am Anfang meiner Schwangerschaft sehr intensiv damit konfrontiert worden... also es war klar dass ich nie abtreiben würde... aber Gott hat ja ebenfalls mittel (waren meine Gedanken.. also eine göttliche Abtreibung, so zu sagen).. nun bin ich froh, dass nichts dergleichen geschehen ist... ich denke die psychischen Folgen davon, wären fast unerträglich!
Ich hab mal ein Buch gelesen von einer Christin die Vergewaltigt wurde und nicht wusste, ob sie abtreiben soll... auf Wunsch ihres Mannes hat sie dann eine Pille-Danach genommen. Es hat nichts genutzt und sie bekam ein Baby von einem Typen, der ihr schmerzen zugefügt hatte... und sie liebten es wie ihr eigenes Kind.
Aber ich denk, ohne die Gottesliebe, die er in solchen Momenten schenkt, ist es nur schwer aushaltbar etwas zu bekommen, wo man absolut nicht will und einem an einen schrecklichen Vorfall erinnert... daher kann ich aus diesem Grund verstehen, dass da Abgetreiben werden will und schlussendlich gemacht werden. Nur haben die meisten, die abtreiben danach sehr grosse Psychische Probleme und werden mit der Abtreibung nur schwer fertig. Ich finds schade, dass in der Öffentlichkeit nie über die Folgen einer Abtreibung geredet werden, oder nur selten!

obs richtig ist... ich denk schlussendlich entscheidet dass Gott und für uns menschen sind solche Fälle ethisch zu hoch.


Zu Amoklauf kommt mir in den Sinn, dass alle Amokläufer Probleme haben, welche wohl die meisten sie in sich hineingefressen haben und dann macht Pang und rache herrscht.
In unseren Mini-kleinein-Kaff hatten wir auch schon ein Vater der Amok lief. War glaube ich, irgendetwas mit seiner Frau, Streit oder so, und da ist er durchgedreht und ist ihr hinterher, als sie floh. Aber damals war ich noch klein und kenn die Geschichte mehr durch erzählen.
Da muss man realistisch sein...
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Beitragvon dom777 » Do 25.Nov 2010, 20:43

mortige hat geschrieben:falsches unterforum ?!


Ich finde, es passt hier am besten her, ich hab versucht, meine Gedanken halbwegs klar zu formulieren und finde, es hat was von einem Gedicht, was hier ja reinkommen darf.

was willst du uns damit sagen? dass Abtreibung Mord ist ?


An sich wollte ich eigentlich nur zum Nachdenken anregen, was mir anscheinend gelungen ist.

ist sicherlich ne hochphilosophische Frage.


Richtig, was uns aber nicht davon abhalten sollte, uns damit zu beschäftigen, was imho viel zu wenig geschieht ("es geht uns ja nichts an - jeder muss selbst entscheiden" das ist so das, was man am öftesten dazu hört)

was ist zb. mit Vergewaltigungen oder Inzest Vergehen.


Das ist auch so ziemlich das häufigste Argument für Abtreibung, aber bei hochgerechneten 46 Mio Abtreibungen jährlich (!) weltweit (http://www.abtreibung-online.de/abtreib ... tistik.htm) kann das gar nicht mehr greifen. Mir geht es vor allem um die Kinder, die aus beruflichen Gründen und dergleichen abgetrieben werden.


mili hat geschrieben:Ich finds schade, dass in der Öffentlichkeit nie über die Folgen einer Abtreibung geredet werden, oder nur selten!


Meine Meinung! Ich finde es äußerst erschreckend, wie leichtfertig die Abtreibung abgetan wird als Möglichkeit, eine Schwangerschaft zu vermeiden! Allein die psychischen Schäden, die dadurch entstehen können...

Um mal meinen Standpunkt klar zu machen: Ich bin nicht für ein Gesetz, das Abtreibung komplett verbietet. Ich bin aber definitiv dafür, dass offener, ehrlicher und vor allem "lauter" damit umgegangen wird, das geht uns alle was an! Es grenzt doch fast schon an Doppelmoral, die Verbrechen der Nazis an der Menschheit zu verabscheuen, aber die Kindstötung (wie ich schon im Text geschrieben hab - es macht für mich keinen Unterschied, einem Menschen das Leben zu nehmen, oder es ihm vorher zu verwehren) einfach hinzunehmen, obwohl das gerade jetzt in dem Moment schon wieder viel zu oft vollzogen wird!

Ich möchte auch niemanden verurteilen oder verletzen, auf niemandem mit dem Finger zeigen, höchstens die Gesellschaft an sich.
Es mag sein, dass ich zu dem Thema einen (noch) nicht fundierten Zugang hab, aber wie gesagt, einige meiner Gedanken dazu hab ich hier publik gemacht, vielleicht teilt sie einer mit mir.
Und ich pries die Freude,
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Beitragvon SweetShadow » Do 25.Nov 2010, 21:22

Ich find deinen Text recht gut und finde auch er passt hier sehr gut rein. Du hast ja keine Diskussion anfangen wollen, sondern einfach mal Gedanken zum Anregen hereingebracht und fand es auch so formuliert.
[intolerant und kontraproduktiv]
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Beitragvon punkrentner » Fr 26.Nov 2010, 3:37

SweetShadow hat geschrieben:Ich find deinen Text recht gut und finde auch er passt hier sehr gut rein. Du hast ja keine Diskussion anfangen wollen, sondern einfach mal Gedanken zum Anregen hereingebracht und fand es auch so formuliert.


Gute Gedanken! Und logische Gedanken obendrein!
"Only those, who´ll keep the faith,
shall escape from the wrath of The Metallian!!!"


"Alle verlieren beim Spiel mit gezinkten Karten.
Gott hat einen harten, linken Haken"
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Beitragvon mortige » Fr 26.Nov 2010, 16:41

was ich halt nicht verstehe, warum werden die babys nicht ausgetragen und dann zur adoption freigegeben ? schwangerschaft zu anstrengend ?
oder hat man sich dann schon an den gedanken gewöhnt, mutter zu sein.

zum beispiel viele teenager mütter werden wahrscheinlich auch von den eltern bedrängt.
vielleicht darfs ja keiner mitbekommen ?
also ich finde es gibt so viele andere möglichkeiten.
nicht zuletzt sollte man auch auf die richtige verhütung achten..
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Re:

Beitragvon mili » So 28.Nov 2010, 10:21

mortige hat geschrieben:was ich halt nicht verstehe, warum werden die babys nicht ausgetragen und dann zur adoption freigegeben ? schwangerschaft zu anstrengend ?
oder hat man sich dann schon an den gedanken gewöhnt, mutter zu sein.

zum beispiel viele teenager mütter werden wahrscheinlich auch von den eltern bedrängt.
vielleicht darfs ja keiner mitbekommen ?
also ich finde es gibt so viele andere möglichkeiten.
nicht zuletzt sollte man auch auf die richtige verhütung achten..


Ein Kind zu bekommen, auszutragen ist ein Prozess indem sich nicht nur der Körper sonder auch die Gefühle und das Psychische ändert. Auch wenn ein Kind ungewollt ist, gibt es automatisch eine Bindung zu Mutter und Kind. Ich denke, viele haben Angst davor oder wollen die Muttergefühle (oder was auch immer ist) nicht zulassen. Sie wollen das Kind nicht, also so früh wie möglich los werden, bevor irgendwelche grössere Verbingung usw. entsteht. Ausserdem denke ich, dasss Adoption etwas sehr schwieriges für eine Mutter ist... nicht nur der Papierkram, sondern, nach 9 Monaten hat man eine starke Verbindung zum Kind und man fängt das Kind an zu lieben (wenn man das noch nicht von Anfang an macht)... und wenn alles bereits geregelt ist, möchte man es nicht mehr, und da ist ev. schon zu spät... (obschon man so viel ich weiss, immer noch nach der Geburt, sagen kann, dass man es will). Mhm.. aber ich vermute, dass vielen die Anstrengung der Austragung und Geburt für die meisten zuviel ist, wenn sie das Kind nicht wollen, wollen sie die Schermzen auch nicht ertragen.
Mhm.. aber für die wirklichen Gründe rauszufinden, denke ich, musst du mit einer Person sprechen, die bereits abgetrieben hat... dann sinds nicht nur spekulationen..
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Re: Mord

Beitragvon The-Berni » So 28.Nov 2010, 22:11

Ich finde Abtreibung in JEDEM Fall falsch, sehr traurig und tragisch!
Das heisst nicht, dass ich einzelne Fälle nicht verstehen könnte, aber Verständnis legitimiert nun mal nicht.
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Re: Mord

Beitragvon HeavyFather » Mo 29.Nov 2010, 8:17

The-Berni hat geschrieben:Ich finde Abtreibung in JEDEM Fall falsch, sehr traurig und tragisch!
Das heisst nicht, dass ich einzelne Fälle nicht verstehen könnte, aber Verständnis legitimiert nun mal nicht.


Genau meiner Meinung!
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Re: Mord

Beitragvon jc » Mo 29.Nov 2010, 8:43

HeavyFather hat geschrieben:
The-Berni hat geschrieben:Ich finde Abtreibung in JEDEM Fall falsch, sehr traurig und tragisch!
Das heisst nicht, dass ich einzelne Fälle nicht verstehen könnte, aber Verständnis legitimiert nun mal nicht.


Genau meiner Meinung!


dito
Wenn die Menschen das Unkraut nicht nur ausreißen,
sondern einfach aufessen würden,
wären sie es nicht nur los,
sondern würden auch noch gesund.
(Johann Künzle)
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Re: Mord

Beitragvon trypanosoma » Mo 29.Nov 2010, 19:04

dom777 hat geschrieben:Warum sind wir so betroffen, wenn so etwas in der Art passiert? Geht es uns um die Angehörigen, die zweifellos vor einer schwierigen Zeit des Verarbeitens und Loslassens stehen? Geht es uns um den Menschen selber, weil er vielleicht zu jung war um zu sterben?
Oder sind wir tatsächlich der Meinung, die Würde des Menschen sei unantastbar und alle hätten ein Recht auf Leben?


Das ist meiner Meinung nach der springende Punkt.

Bei einem Mordfall habe ich genau die beiden oben beschriebenen Gefühle. Zum einen das Mitleid mit den Angehörigen, die jetzt Unerträgliches ertragen müssen und das Opfer vermissen. Und zum anderen der Gedanke, dass das Opfer Schmerzen erleiden musste. Und dass es weiter leben wollte.

Das ist bei einer Abtreibung in den ersten Schwangerschaftswochen alles nicht erfüllt. Das Kind wird von niemandem vermisst. Es spürt keine Schmerzen. Es hat noch keinen Willen - somit keinen Lebenswillen, der gebrochen wird.

Ich muss sagen, dass ich, wenn ich nicht Christ wäre, vermutlich nichts gegen eine Abtreibung in den ersten beiden Monaten nach der Zeugung einzuwenden hätte. Abtreibungsgegner-Argumente finde ich meistens schwach:

Argument 1: Fotos von abgetriebenen Föten :arrow: Dass etwas eklig aussieht, heißt noch lange nicht, dass es falsch ist, oder?
Argument 2: Es hat schon Arme und Beine :arrow: Es gibt einige Lebewesen mit Armen und Beinen und vermutlich mehr Schmerzempfinden, die wir bedenkenlos töten.
Argument 3: Man könnte das Kind ja "einfach" austragen und zur Adoption freigeben :arrow: Ist es so schwer verständlich, dass eine Frau, die kein Kind will, nicht 9 Monate lang die Beschwerden und Entbehrungen einer Schwangerschaft und die Strapazen und Folgen einer Geburt plus finanzielle Belastung (Umstandskleidung, je nach Job Gehaltseinbußen...) auf sich nehmen will? Nicht mal ein Glas Sekt zu Silvester und am Ende eine zerfledderte Vagina... Betroffene Frauen als gewissenlos und gleichgültig hinzustellen und am Ende noch mit Nazivergleichen zu kommen, find ich ziemlich unangebracht. Ich glaube, kaum eine Frau entscheidet sich leichtfertig für diesen Schritt und der Holocaust ist nun wirklich keine vergleichbare Situation. Und helfen tun solche Sprüche auch keinem.
Argument 4: Abtreibungen ziehen schwere psychische Folgen für die Mutter nach sich :arrow: Die meisten Studien sprechen gegen diese Sichtweise (http://de.wikipedia.org/wiki/Abtreibung#Psychische_Folgen).

Das einzige meiner Meinung nach wirklich tragfähige Argument liegt in meinem Glauben begründet und in der Annahme, dass, wie du im oben zitierten Abschnitt schreibst, die Würde des Menschen unantastbar ist, und dass es eine höhere Instanz gibt, die das alleinige Recht hat, über Leben und Tod zu entscheiden. Ich glaube, dass dieser kleine Zellhaufen nicht nur das ist, was er ist, sondern auch das, was er mal sein könnte. Das ist wahrscheinlich eine ziemlich christliche Idee, in einem Menschen - auch einem schon geborenen - nicht nur die Gegenwart, sondern auch sein Potential zu sehen, das als wertvoll zu erachten und ihm ein unbedingtes Recht auf Entfaltung zuzusprechen.

Hoffe, das ist verständlich ;)

Ansonsten kann ich mich nur Berni anschließen. Und Danke an Mili für die Einblicke!
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Re: Mord

Beitragvon Antestor » Mo 29.Nov 2010, 21:35

Guter Beitrag von trypa, dem schließe ich mich mal so an!

Ich finde Abtreibung in JEDEM Fall falsch, sehr traurig und tragisch!
Das heisst nicht, dass ich einzelne Fälle nicht verstehen könnte, aber Verständnis legitimiert nun mal nicht.


Was ist in Fällen, wo die Gesundheit der Mutter akut gefährdet wär? Was, wo absehbar ist, dass das Kind nicht überleben wird und Schmerzen hat?
Ich weiß, dass dies die wenigsten Fälle sind, aber ich finde es schwer. Der technische Fortschritt in der medizin hat uns vor Fragen gestellt, die man vor 100 Jahren nicht hatte.

was ist zb. mit Vergewaltigungen oder Inzest Vergehen.

Diese Zahlen sind zu vernachlässigen... Es sind glaub ich zwischen 1 und 3%. Häufigster Grund ist das Alter der Schwangeren, das finanzielle und berufliche Risiko.

Das ist auch so ziemlich das häufigste Argument für Abtreibung, aber bei hochgerechneten 46 Mio Abtreibungen jährlich (!) weltweit

Die Dunkelziffer ist vermutlich noch höher, sagen wir 60 Mio. Ohne Abtreibungen in den letzten 30 Jahren wären wir wohl schon bei der 8Milliarden-Menschen-Grenze. Wäre das besser?
Ich bin nicht für ein Gesetz, das Abtreibung komplett verbietet.

Das glaube ich dir nicht bei dem was ich hier so lese...
Warum sind wir so betroffen, wenn so etwas in der Art passiert? Geht es uns um die Angehörigen, die zweifellos vor einer schwierigen Zeit des Verarbeitens und Loslassens stehen? Geht es uns um den Menschen selber, weil er vielleicht zu jung war um zu sterben?
Oder sind wir tatsächlich der Meinung, die Würde des Menschen sei unantastbar und alle hätten ein Recht auf Leben?

Weil die Medien uns sagen, dass solche Sachen ganz schlimm sind. In der Werbepause noch schnell ein Werbespot für McDonalds, danach einer für Brot für die Welt...

Es gibt viele Mißstände auf die nicht aufmerksam gemacht wird. Abtreibung ist einer, andere sind die Verfolgung von religiösen Minderheiten oder davon, was wir alles mit unseren EU-Milliarden finanzieren oder wie sehr ein Tier dafür leiden muss dass wir uns Gammelfleisch reinziehen können..
Wenn ein Mißstand öffentlich betrachtet wird, dann meistens nicht aus ehrbaren Motiven sondern aus politischen Gründen, wie derzeit das Phänomen Kinclerp0rn0grafIe. Um die Betroffenen geht es eigentlich nicht.
Aber ich denke jeder von uns hat einen Handlungsspielraum in dem er gegen "Unrecht" vorgehen kann... Sei es Zeit, Geld oder Intelligenz, um Betroffene aufzuklären.

Menschen sind leider grausam, aber nur auf die anderen
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