von odin zu jesus

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Beitragvon Antestor » Sa 29.Nov 2008, 2:11

Freiburger hat geschrieben:Was heißt da "der alte Glaube"? Den "alten Glaube" gibt es heute nicht mehr, da keiner weiß wie damals die Germanen ihre Religion und Spiritualität gelebt haben. Das heutige "Neuheidentum" ist nur eine Mischmasch-Religion, die konservative Philosophien der Neuzeit in alte Kulturrelikte "kleidet".


Ich dachte dabei an die Stabkirchen die ich in Norwegen gesehen habe, wo die Leute halt versucht haben, den alten Glauben irgendwie in die neue Zeit zu retten und deshalb haben sie halt heidnische Elemente in ihre Deckenmalereien mit eingebaut...

Hä? Was hat den Luther jetzt damit zu tun? 900 Jahre später, völlig anderer Hintergrund. Und Luther war auch nicht der Teufel als der er oft dargestellt wird. Der Wikipedia Artikel über Luther ist eindeutig NICHT neutral!


Luther ist nur ein Beispiel aus dem "Mittelalter", wie man wohl einerseits etwas von Gott erkennen, auf der anderen Seite aber auch total an seinem Willen vorbeileben kann...
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Beitragvon Adorerofblood » Sa 29.Nov 2008, 13:11

Antestor hat geschrieben:
Hä? Was hat den Luther jetzt damit zu tun? 900 Jahre später, völlig anderer Hintergrund. Und Luther war auch nicht der Teufel als der er oft dargestellt wird. Der Wikipedia Artikel über Luther ist eindeutig NICHT neutral!


Luther ist nur ein Beispiel aus dem "Mittelalter", wie man wohl einerseits etwas von Gott erkennen, auf der anderen Seite aber auch total an seinem Willen vorbeileben kann...


Ich frag mich, ob wir so viel besser sind. Sind wir heute ach so toll und aufgeklärt und machen alles richtiger als die Menschen im finsteren Mittelalter oder ist das einfach moderne Überheblichkeit und wir machen Dinge auch falsch. Halt einfach nur anders falsch. Für mich ist Luther ein Paradebeispiel, mir auf meine theologischen Erkenntnisse nicht allzu viel einzubilden. Wenn ein so großer Mann Gottes solche krassen Fehler gemacht hat, werde ich auch meine Fehler haben.

Allgemein scheint mir dieses Gerede: "Die Christen haben uns ihren Glauben aufgezwungen und jetzt schmeißen wir sie wieder raus!" keine gute historische Grundlage zu haben. Es hat sicher viel Schlechtes in der Geschichte der Christianisierung gegeben, aber zum Beispiel bei Norwegen kommen sogar säkulare Historiker zu dem Ergebnis, dass die Christianisierung zum größten Teil friedlich abgelaufen ist.
Und manches, was wir heute als schlecht beurteilen, mag damals gar nicht schlecht gewesen sein. Ich denke da besonderes daran, dass kritisiert wird, dass nicht der Einzelne, sondern Gruppen christianisiert wurden. Aber im Mittelalter gab es dieses Verständnis und die Betonung von Individualität in diesem Maße noch überhaupt nicht.
Es gibt viele Dinge, die es verdienen verspottet und verlacht zu werden, weil man fürchten muss, ihnen zuviel Gewicht zu geben, wenn man sie ernstlich bekämpft.
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Beitragvon Freiburger » Sa 29.Nov 2008, 13:23

Nur eine Hypothese, aber ich denke ohne Zwangschristianisierung gäbe es heute keinen Metal :twisted: (oder überhaupt elektrischen Strom)
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Beitragvon black n roll » Sa 29.Nov 2008, 13:39

Adorerofblood hat geschrieben:Allgemein scheint mir dieses Gerede: "Die Christen haben uns ihren Glauben aufgezwungen und jetzt schmeißen wir sie wieder raus!" keine gute historische Grundlage zu haben.


es braucht keine historische grundlage um die falscheit des christentums zu erkennen (ich schreib hier christentum, da ich sehr wohl den unterschied zwischen religion und glaube kenne. aber für mich beides ablehne).
wenn das instrument dazu kann das neuheidentum sein.

wie ich aber vorher schon erwähnt habe, liegt der hase nicht beim missionieren sondern beim aufzwängen der lebensart begraben. glaube und kultur waren damals aber noch stark miteinander verbunden, anders als heute.
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Beitragvon Adorerofblood » Sa 29.Nov 2008, 19:01

black n roll hat geschrieben:
Adorerofblood hat geschrieben:Allgemein scheint mir dieses Gerede: "Die Christen haben uns ihren Glauben aufgezwungen und jetzt schmeißen wir sie wieder raus!" keine gute historische Grundlage zu haben.


es braucht keine historische grundlage um die falscheit des christentums zu erkennen


Das ist mir schon bewusst. Es ging mir nicht darum, ob das Christentum richtig oder falsch ist, sondern darum, dass mit einer historisch falschen (oder zumindest sehr undifferenzierten) Begründung Hass geschürt und Gewalt gerechtfertigt wird. Und leider gibt es genug Jungmetaller, die ihre historische Bildung nicht aus Büchern, sondern Liedtexten von Amon Amarth gewonnen haben.
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Beitragvon Freiburger » Sa 29.Nov 2008, 21:52

Ich esse gerade lecker Nudelsalat :D
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Beitragvon Delirium » So 30.Nov 2008, 1:54

Freiburger hat geschrieben:Ich esse gerade lecker Nudelsalat :D

Du schaffst es, immer alles wichtige zu einem Thema auf den Punkt zu bringen.

lol :lol:
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Beitragvon punkrentner » Mo 01.Dez 2008, 0:47

Hailz to da almighty noodles salat....sag ich da nur!! :lol: :lol: :lol:

Wird Zeit, das Amon Amarth auch da mal nen Text drüber verfassen. Wäre ja für Ihre Anhänger dann ein großer Happen Bildung im Kampf gegen das Christentum. :P
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Beitragvon noctua » Mo 01.Dez 2008, 7:03

Freiburger hat geschrieben:Ich esse gerade lecker Nudelsalat :D

Ob der Nudelsalat was mit dem Spaghetti Monster zu tun hat? :roll:
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Beitragvon black n roll » Mo 01.Dez 2008, 7:54

gibt's da nicht n tollen jack nicholson film, indem die fantastische szene vor kommt: "es gibt gute geschichten von freunden und seen und nudelsalat. freunde die eine gute zeit auf einem boot haben mit nudelsalat"
??? oder sowas in der art :wink:
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Beitragvon black n roll » Mo 01.Dez 2008, 23:25

dieser artikel reisst meiner meinung ein paar gute punkte zum thema an:
http://www.metalstorm.de/content/kolumne/kolumne.php?id=25
auch wenn nicht über alle zweifel erhaben..... halt das andere extrem
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Beitragvon Hellig Usvart » Di 02.Dez 2008, 0:57

black n roll hat geschrieben:dieser artikel reisst meiner meinung ein paar gute punkte zum thema an:
http://www.metalstorm.de/content/kolumne/kolumne.php?id=25
auch wenn nicht über alle zweifel erhaben..... halt das andere extrem


danke. endlich jemand der diese ganze romantisierung des germanentums thematisiert.
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Beitragvon black n roll » Di 02.Dez 2008, 6:55

aber eben, ganz sooo objektiv is der beitrag auch nicht. aber er geht in vielen punkten in die richtige richtung
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Beitragvon Hellig Usvart » Di 02.Dez 2008, 9:21

ist schon klar. auch die pukte am schluss tragen nicht sehr zur seriosität des ganzen bei. aber alles in allem spricht er viele aktuell verbreitete aussagen an.
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Beitragvon Antestor » Di 02.Dez 2008, 20:55

Der Artikel ist interessant.

Was ist eigentlich aus unserer "UnPagan"Band geworden, die das Album "Bonifatius fällt die heilige Eiche" rausbringen wollte? ;)

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