Glauben oder Verbrechen.?

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Glauben oder Verbrechen.?

Beitragvon punkrentner » Sa 15.Feb 2020, 16:25

Eltern nach Tod von Tochter zu Haft verurteilt "Ich hab geglaubt, dass Gott sie gesund macht"
Ein streng gläubiges Elternpaar ist nach dem Tod seiner Tochter zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.
Sie hatten die 13-Jährige nicht in ein Krankenhaus gebracht, obwohl sie schwer erkrankt war.


https://www.spiegel.de/panorama/justiz/ ... 4ec33f11e1

Würd gerne mal ne kleine Diskussion vom Zaun brechen. :!: Lest Euch den Artikel mal durch. Was meint Ihr.?
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Re: Glauben oder Verbrechen.?

Beitragvon Delirium » Mi 19.Feb 2020, 22:33

punkrentner hat geschrieben:Eltern nach Tod von Tochter zu Haft verurteilt "Ich hab geglaubt, dass Gott sie gesund macht"
Ein streng gläubiges Elternpaar ist nach dem Tod seiner Tochter zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.
Sie hatten die 13-Jährige nicht in ein Krankenhaus gebracht, obwohl sie schwer erkrankt war.


https://www.spiegel.de/panorama/justiz/ ... 4ec33f11e1

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Ou mega schwierig! Weil es ja sehr fahrlässig ist. Ganz klar kein Mord!?, aber vielleicht zu sehr das Kind entscheiden lassen?!

Aber in anderen Fällen bringt man jemand ins Krankenhaus, und da stirbt die Person dann erst (ja nicht falsch verstehen: in diesem Fall klar nicht!, aber ich kenne leider auch Sachen, wo früher Operationen missglückt sind z.B....). Frage ist, welche Zeichen des Körpers zu berücksichtigen ist. Klar ist der Vater ein absoluter vollidiot! Weil die Tochter müsste in dem Fall 'beten und fasten', nicht er! Falls sie was mit der Bauchspeicheldrüse hat, muss man ganz genau schauen. Ich bin kein Mediziner, aber wenn es im Artikel um Insulin und so ging, dann muss das etwas mit der Nahrung zusammenhängen. Wenn der Vater nichts isst, hat das keinen Zusammenhang mit der Unversehrtheit und dem Leib der Tochter, und so ist er wirklich ein verantwortungsloser, aber leider auch irregeführter blöder ...k.a. was, und gehört vielleicht tatsächlich in ein Gefängnis. Langsam werde ich richtig wütend! Aber solche fahrlässigen Fehler geschehen seit Jahrhunderten auch den Ärzten..? Manchmal ist es besser in der Familie zu gesunden, und manchmal besser unter Fremden und Ärzten. Was dem Paar das Gefängnis jetzt hilft, kann ich nicht ganz verstehen! Sie müssten lieber etwas oder viel Begleitung haben, imfalle, dass sie ein weiteres Kind machen würden. Aber es ist grob fahrlässig, ganz klar! Busse tun ist wirklich angesagt. Der Verlust sollten sie aber spüren und nicht irgendwie in ihr religiöses Ge..*ç*%*%& einbetten: so entsteht keine Einsicht, und im Gefängnis fühlen sie sich wohl noch super berufen... :| ätzend sowas. Danke für die Diskussion!
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Re: Glauben oder Verbrechen.?

Beitragvon punkrentner » Do 20.Feb 2020, 1:45

Delirium hat geschrieben:aber vielleicht zu sehr das Kind entscheiden lassen?!


Wenn ich den Text richtig verstanden habe, wurde die Tochter befragt, was sie wolle. Nicht desdo Trotz: Sie war 13 und somit vor dem Gesetz ein Kind.
Die Entscheidung der Tochter (wobei ich bezweifle, das sie diese bei vollem Bewusstsein getroffen hatte) sich nicht ins Krankenhaus bringen zu lassen,
müssen die Eltern zum Wohle des Kindes übergehen. Sie sind die Erziehungsberechtigten und somit voll verantwortlich. Es ist für mich nachvollziehbar,
das so eine Aussage von Seiten des Gerichts als Schutzbehauptung aufgefasst und entsprechend zum Nachteil der Eltern ausgelegt wird.

Eine Mordanklage finde ich aber doch abstrus. Ein Mord im juristischen Sinne setzt als Motiv die vorsätzliche Tötungsabsicht voraus. Die gibt es hier offensichtlich nicht.

Den Tatbestand der "vorsätzlich unterlassenen Hilfeleistung mit Todesfolge" (mindestens) oder ggfs. der "fahrlässigen Tötung" sehe ich allerdings gegeben.
Als Erziehungsberechtigter ist man verpflichtet, alles zu unternehmen, um einem Schutzbefohlenen (hier: das eigene Kind) vor Schaden jeglicher Art zu bewahren.
Dieses wäre ohne weiteres möglich gewesen. Man hätte das Kind, spätestens, nachdem in den ersten Tagen nach dem Beten keine Verbesserung eingetreten ist,
kurzer Hand ins Krankenhaus bringen müssen. Man wusste ja durch diverse Voruntersuchungen, das diese Krankheit vor zwei Jahren schon als chronisch diagnostiziert wurde.

Nun gibts ja einige, die da vielleicht denken und sagen mögen: "Man muss Gott mehr gehorchen, als den Menschen" und das Kind ins Krankenhaus zu bringen als einen Mangel
an Glauben auf ein Wunder Gottes verurteilen würden. Dazu sag ich dann: "Gott vergibt mangelnden Glauben an ihn an jedem einzelnen Tag weltweit ein paar Millionen mal".
Ein Gericht dieser Welt ist aber in letzter Konsequenz dazu gezwungen, nach weltlichen Gesetzen zu urteilen. Und da die Überlebenschancen des Mädchens von einem Gutachter
als absolut real angesehen wurde, wäre es im Sinne aller Beteiligten besser gewesen, wenn das Mädchen behandelt und vor einem einfachen "dahinsiechen" bewahrt worden wäre.
Wahrscheinlich hingen die Eltern wohl diversen, abstrußen theologischen Auslegungen an, welche sie glauben lies, sie würden sich womöglich den Zorn Gottes zu ziehen, wenn sie
den Glauben auf ein Heilungswunder aufgebenen und stattdessen Ihr Kind den Ärzten zur Behandlung anvertraut hätten. Sprich: Die Angst vor einer göttlichen Strafe wegen Ihres
"Unglaubens" war offfensichtlich größer, als die Gewissheit der Vergebung durch die göttliche Gnade bei einer eventuell falschen Entscheidung aus Mangel an Glauben.

Das ein säkulares Gericht den Einwand einer "erhofften Wunderheilung" nicht strafmildernd anerkennen will, sondern rein als vorsätzlichen Verstoß (und wohl auch als
Schutzbehauptung) gegen die elterliche Fürsorgepflicht ansieht, ist rein nach dem Gesetz absolut nachvollziehbar. Entsprechend fiel dann auch das Urteil aus.
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Re: Glauben oder Verbrechen.?

Beitragvon mili » Fr 21.Feb 2020, 0:32

punkrentner hat geschrieben:Eltern nach Tod von Tochter zu Haft verurteilt "Ich hab geglaubt, dass Gott sie gesund macht"
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Ich finds gut, dass sie für ihr verhalten haften müssen. Ob 5 Jahre angemessen sind, kann ich nicht beurteilen. Auch im Glauben / bei Gläubigen gibt es Konsequenzen für ihr verhalten. Der Tod der Tochter ist wohl die schwerwiegenste Konsequenz für die Eltern.


Gott heilt nicht nur durch von ihm selbstgemachten Wunder, sondern hat
zum einen z.b. Pflanzen mit heilenden Wirkungen erschaffen, zum Anderen uns Menschen genug intelligent gemacht, dass wir Medizin erfinden und entwickeln konnten. Gab es in der Bibel ja auch schon..

Ich find diese Glaubenshaltung, die nur ein Wunder als richtiges Mittel anerkennen sehr gefährlich: 1. Es ist ein reduziertes Bild von Gott und seinen Fähigkeiten und beschränkt den eigenen Glauben. 2. Betroffen von der Situation ist nicht nur die Familie, sondern das gesamte Umfeld und Verwandtschaft, an die meistens nicht gedacht wird und die damit dann Leben und zurechtkommen müssen. 3. Als Eltern trägt man Verantwortung für die minderjährigen, unmündigen Kinder, nicht nur in Bezug auf die Gesundheit, sondern für die gesamte Erziehung. Es ist ein grosser Unterschied wenn mündiger Erwachsener diese Entscheidung für sich fällt, oder ob er als Erziehungsberechtigter fremdbestimmt. Gem. Kinderrecht hat jedes Kind anrecht auf gesundheitliche Versorgung und somit gehört es zur Sorgfaltspflicht diese zu gewähren, auch gegen den Willen des Kindes.

Ich als Mutter kann eine solche Entscheigung der Eltern nicht nachvollziehen. Wie kann man zusehen wies dem eigenen Kind zunehmend schlechter geht und wie es leidet und gleichzeitig die Option Medizin / die vorliegende Lösung und Heilung ausschliessen? Das hat für mich schon sekterische Züge.

Zum Anderen hatten wir in meiner alten Kirche einen 50jährigen Mann der Krebs hatte und keine Therapie machen wollte, weil er nur von Gott geheilt werden wollte. Er hat bewusst diese Entscheidung getroffen, mit dem Bewusstsein, dass er sterben könnte, uns im Bewusstsein, dass er bereits fortgeschrittenen Alters ist.
Er hat jedoch seine Frau nicht in die Entscheidung eingebunden, welche bis über seinen Tod stark unter dieser Entscheidung gelitten hat!

Gleichzeitig wäre mein Vater wohl ohne Therapien die ihm zur Heilung vom Krebs verhalfen nun Tod. Er hat einige "Heilsveranstaltungen" besucht, welche ihn mehr frustriert haben als geholfen oder geheilt. Gleichzeitig hatte er von Gott die Gewissheit erhalten, dass die Therapien der richtige Weg sind und während der Chemo unnatürliche Kräfte gehabt, dass er sogar weiterhin 100% arbeiten konnte.
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Re: Glauben oder Verbrechen.?

Beitragvon punkrentner » Sa 22.Feb 2020, 12:01

Gut zusammengefasst. Gott segnet (und heilt) im Zweifel auch durch die Hände eines atheistischen Arztes. 90% der Menschheit sind eben keine wiedergeborenen Christen, die an Wunder Gottes glauben.
Auch denen will Gott helfen. Gott hat alle Menschen mit Fähigkeiten und Talenten ausgestattet, welcher der ganzen Menschheit nützlich sein sollen,. Dazu gehören auch Forschung und konventionelle Medizin.

Grad fällt mir noch ein: "Ihr sollt das eine tun, aber das andere nicht lassen." :wink:
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Re: Glauben oder Verbrechen.?

Beitragvon Hellig Usvart » Mi 26.Feb 2020, 15:28

Es gibt da einen alten Witz. Ein Pfarrer will seine Kirchengänger auf dem Land besuchen. Auf dem Weg gerät er vom Weg ab und stürzt in einen Sumpf. Bis zu den Knien steckt er im Schlamm fest und kann sich nicht mehr befreien.

Daher betet er: "Gott, bitte befreie mich aus diesem Sumpf!"

Fünf Minuten später fährt ein Kind mit dem Fahrrad vorbei und sieht den Pfarrer. "Herr Pfarrer, soll ich Ihnen aus dem Sumpf heraus helfen?" Der Pfarrer lehnt ab: "Nein, ich habe Gott bereits gebeten, mich aus dem Sumpf zu befreien!"

Eine halbe Stunde später kommt das Kind wieder zurück, zusammen mit dem Vater. Der Pfarrer steckt bereits bis zur Hüfte im Schlamm. Der Vater fragt ihn: "Herr Pfarrer, soll ich Sie aus dem Sumpf herausziehen?" Der Pfarrer lehnt ab, "nein, ich vertraue darauf, dass mich Gott befreit!"

Eine Stunde später ist der Pfarrer bis zum Hals im Schlamm. Da kommt die Feuerwehr vorbei, mit einer langen Leiter. Sie wollen dem Pfarrer helfen. Doch dieser lehnt ab: "Wer wäre ich, wenn ich als Pfarrer nicht auf Gott vertrauen würde?"

Wenig später ist er tot. An der Himmelspforte wird er von Gott empfangen. Wütend fragt der Pfarrer Gott: "Mein ganzes Leben habe ich dir treu gedient. Wieso hast du mich nicht aus dem Sumpf befreit?" Darauf antwortet Gott: "Was hast denn du für ein Problem? Ich habe dir doch drei mal jemanden vorbeigeschickt, um dich aus dem Sumpf zu befreien... Und du Esel lehnst jedes mal ab!"

---

Ich denke das passt ganz gut :)
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Re: Glauben oder Verbrechen.?

Beitragvon Delirium » Mi 26.Feb 2020, 18:19

Hellig Usvart hat geschrieben:Es gibt da einen alten Witz. Ein Pfarrer will seine Kirchengänger auf dem Land besuchen. Auf dem Weg gerät er vom Weg ab und stürzt in einen Sumpf. Bis zu den Knien steckt er im Schlamm fest und kann sich nicht mehr befreien.

Daher betet er: "Gott, bitte befreie mich aus diesem Sumpf!"

Fünf Minuten später fährt ein Kind mit dem Fahrrad vorbei und sieht den Pfarrer. "Herr Pfarrer, soll ich Ihnen aus dem Sumpf heraus helfen?" Der Pfarrer lehnt ab: "Nein, ich habe Gott bereits gebeten, mich aus dem Sumpf zu befreien!"

Eine halbe Stunde später kommt das Kind wieder zurück, zusammen mit dem Vater. Der Pfarrer steckt bereits bis zur Hüfte im Schlamm. Der Vater fragt ihn: "Herr Pfarrer, soll ich Sie aus dem Sumpf herausziehen?" Der Pfarrer lehnt ab, "nein, ich vertraue darauf, dass mich Gott befreit!"

Eine Stunde später ist der Pfarrer bis zum Hals im Schlamm. Da kommt die Feuerwehr vorbei, mit einer langen Leiter. Sie wollen dem Pfarrer helfen. Doch dieser lehnt ab: "Wer wäre ich, wenn ich als Pfarrer nicht auf Gott vertrauen würde?"

Wenig später ist er tot. An der Himmelspforte wird er von Gott empfangen. Wütend fragt der Pfarrer Gott: "Mein ganzes Leben habe ich dir treu gedient. Wieso hast du mich nicht aus dem Sumpf befreit?" Darauf antwortet Gott: "Was hast denn du für ein Problem? Ich habe dir doch drei mal jemanden vorbeigeschickt, um dich aus dem Sumpf zu befreien... Und du Esel lehnst jedes mal ab!"

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Ich denke das passt ganz gut :)

:D Aber es ist manchmal so schwierig zu wissen, ob man den ersten, dritten oder zweiten Helfer Gottes nehmen soll! :?
Vielleicht ist der vierte ja der beste! (momentan geht's mir so mit Flug buchen... immer hat man nur noch 10 Minuten zeit für immer einen letzten Platz, wo man dann zwüschen 25 Sitzen auswählen kann, und die Preise und die Uhrzeiten varieren die ganze Zeit. Und am besten hätte ich gar keinen Flug gebucht, weil es dann sowieso abstürzt, oder man doch den Flug verschläft... :wink: Nur grad was aus meinem Leben.
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Re: Glauben oder Verbrechen.?

Beitragvon mili » Sa 29.Feb 2020, 20:13

Passt gerade gut zum Thema:

In Bezug zur jetztigen Situation wegen des Corona-Virus und dass in der Schweiz Veranstaltugen abgesagt oder unter strengen Vorgaben durchgeführt werden können: der Kanton Bern hat heute ziemlich strenge Vorgaben welche auch u.a. Gottesdienste betrifft.

Hab heute auf Facebook den Info-Post eines Pastors den ich kenne gesehen: Gottesdienste werden durchgeführt, aber mit den bestimmten Vorgaben des Kantons, dass Leute die in den Hotspot-Ländern waren, kranke, etc.. zuhause bleiben müssen....
so weit so gut... jedoch gibt es nun eine herrliche Diskussion dazu, solche die das befürworten und andere die z.B. so denken:

"Ist es nicht so, das der,der ganz auf den Herrn vertraut und in Seinen Wegen wandelt durch IHN UNSERN SCHÖPFER GESUND IST. Den Sein Wort sagt uns im 1. Petrus 2,24 das wir durch SEINE WUNDEN UND STRIEMEM geheilt sind.
Schade das wir nicht daran glauben. Der Herr ist grösser als jede andere Macht."

"Sorry aber das irritiert mi jetzt grad chli. Mir gloube doch ane mächtige Schöpfergott wo dr Überblick über auem het. Und dr Psaum 91 isch e Schutzpsaum. Jetzt ersch rächt i Gottesdienscht. Mir aus Chinder Gottes müesse jei Angscht ha.


Diese sind die "schlimmsten" Kommentare.. und ich find sie ehrlich gesagt ziemlich erschreckend!
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Re: Glauben oder Verbrechen.?

Beitragvon punkrentner » Sa 29.Feb 2020, 21:17

Bis zu einem gewissen Grad kann ich diese Aussagen nachvollziehen. Könnte aber auch entgegnen: "Alle (weltliche) Macht/Authorität ist von Gott eingesetzt. Ihr sollt Ihr Euch unterordnen."
In GoDi würde ich deshalb trotzdem gehen. Ich würd aber einfach hingehen (so, wie immer) und kein solches Aufheben drum machen. Und sollten alle GoDis ab einer gewissen Größe von
Seiten der Obrigkeit aus abgesagt werden, dann muss man das hinnehmen. Man kann sich ja jeder Zeit ganz Oldschool -like wie Anno 35 n. Chr. im kleinen Kreis und zu Hause treffen.
Fisch an die Hauswand malen, Namen dazu und jeder weis Bescheid. :D

Ich arbeite seit geraumer Zeit in einem Krankenhaus. Da ist dieses Thema ja omnipräsent. Und wir haben auch eine kurze Anleitung zur Handhabe mit entsprechend betroffemen Patienten
erhalten. Bisher hatten wir nur Verdachtsfälle, welche sich nicht bestätigt hatten. Ich gehe nach wie vor jeden morgen arbeiten und sage nicht zu meinem Arbeitgeber: "Sorry, das ist mir zu riskant,
ich bleib lieber daheim". Ich habe so einen Beruf ergriffen, dann muss ich im Falle des Falles dafür "grade" stehen. Und dann kann ich im Zweifel auch auf den göttlichen Schutz zählen. Schließlich
arbeite ich ja als erstes für ihn und seine Sache.Erst wenn mir der heilige Geist glasklar zu verstehen gibt, das ich das nicht mehr tun soll, dann bleibe ich im Zweifel daheim. Den Eindruck hab ich
jedoch aktuell wirklich nicht. Zwar meide ich im Moment auch den Gang zu Großveranstaltungen, weil ich meinem Arbeitgeber soviel Sorgfalt schuldig bin, sitze aber andernseits jeden Morgen auch
in der StraBa und hab dabei auch kein schlechtes Gefühl. Auch nicht, wenn direkt neben mir jemand nießt und hustet.

Ruhe bewahren. Und beten. Der Virus wird in absehbarer Zeit abflachen und dann wieder passe´sein. Temperaturen von dauerhaft über 20° überstehen Grippeviren nicht. So lange müssen wir uns
in unserer liebgewonnen Lebensqualität etwas einschränken. Das müssen andere in weniger priviligierten Ländern jeden Tag aufs neue tun und haben trotzdem ein lebenswertes Leben.
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Re: Glauben oder Verbrechen.?

Beitragvon mili » So 01.Mär 2020, 12:50

Es geht mir nicht um den Virus per se...

Ich verstehe die Grundaussage dieser Leute, aber ich find die Aussagen extrem gefährlich und unüberlegt.
z.B. verleitet diese Einstellung sehr schnell zu den bekannten Aussagen wie: "Du wurdest nicht geheilt, weil du zuwenig glaube hattest." oder "Du hast noch Sünde irgendwo, deswegen hat Gott dich krank gemacht", etc..

Oder das nichtbeachten von Nichtgläubigen und wie die sich wohl bei solchen Aussagen fühlen und was für eine negative Beeinflussung solche Aussagen für diese haben können...

Ich finde allerdings, dass der Pastor sehr gut reagiert hat, und klar gemacht hat, dass es sich nicht um Angst oder Unglaube handelt, sondern sie sich der Obrigkeit unterstellen.
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Re: Glauben oder Verbrechen.?

Beitragvon punkrentner » So 01.Mär 2020, 20:32

Ziemlich genau so hab ich das auch verstanden. :wink: Und der kanaanitische Slang kann mir eh gestohlen bleiben. 8)
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Re: Glauben oder Verbrechen.?

Beitragvon Hellig Usvart » Di 10.Mär 2020, 17:55

Bei uns wurde der Gottesdienst letzte Woche recht spontan zu einer "Friday Night Liveshow" als Livestream mit interaktiven Elementen via Smartphone umgestaltet :lol:

Am nächsten Wochenende gibt's dann voraussichtlich einfach eine Liveübertragung der Predigt. Die Podcast- und Livestream-Infrastruktur besteht eh schon, dann ist es super, wenn man diese für solche Fälle nutzen kann.
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Re: Glauben oder Verbrechen.?

Beitragvon punkrentner » Mi 11.Mär 2020, 0:47

Hey.! Hellig.! Schön, mal wieder was von Dir zu lesen.!
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